Wie lösen wir Konflikte im Remote-Team?

Wenn du mit jemandem persönlich sprichst, sendet ihr beide neben dem Gesprochenen auch weitere Informationen wie eure Mimik, Gestik und Tonlage aus. Diese Hinweisreize helfen uns, die eigentliche Information in einen Kontext zu setzen. Bei der Zusammenarbeit über Distanz reduziert sich diese zweite Informationsebene oder fällt ganz weg. «Wir investieren in Videokonferenzen viel mentale Energie, um fehlende soziale Hinweisreize herzuleiten. Wir sind – teilweise unbewusst – ständig am Ergänzen und Interpretieren dieser sozialen Situation. Gleichzeitig verarbeiten wir das Gesagte und erhalten ja den Dialog aufrecht. Unsere kognitiven Kapazitäten, all dies gleichzeitig zu tun, sind begrenzt. Das strengt uns an – und macht uns müde», sagt Carmen Zahn, Professorin an der Hochschule für Angewandte Psychologie an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in der NZZ.

 

Konfliktlösung ist nicht einfach. Vor allem, wenn dein Team remote arbeitet und nicht alle in demselben Raum sein können. Zögere deshalb nicht, missverständliche Aussagen oder abweisende Reaktionen gleich anzusprechen. Damit verhinderst du Fehlinterpretationen und kannst das Konfliktpotenzial möglichst klein halten.

 

In einer Konfliktsituation im Teammeeting zeige keine Voreingenommenheit oder Bevorzugung. Stelle sicher, dass du den Standpunkt jedes Einzelnen und so viele Fakten wie möglich herausfindest, um zu verstehen, was passiert ist. Entscheide erst danach mit den beteiligten Personen, wie ihr den Konflikt lösen wollt. Wenn ihr im Team nicht mehr weiterkommt, hilft es, einen externen Coach oder eine unparteiische Schiedsperson hinzuzuziehen (z. B. Ombudsperson oder Speak-up-line der Organisation).

 

Sprich mit jedem einzelnen Teammitglied, um herauszufinden welche Art von Lösung sie sich wünschen würden. Neugierde zu zeigen und die Seite des Gegenübers verstehen zu wollen, schafft einen sicheren Raum für die andere Person, um ihre Meinung zu äussern.Wenn es dir nicht möglich ist, persönlich mit deinem Teammitglied zu sprechen, entscheidet euch für ein Treffen per Videomeeting. Je näher ihr einem persönlichen Gespräch kommt, desto besser.

Quelle

Wie du einen Konflikt während einem Meeting behandelst findest du hier

Frag einfach! Wenn du auch nur den geringsten Hinweis auf eine Fehlkommunikation erhältst, frage möglichst zeitnah, wie die Aussage gemeint ist. Damit bleiben Verunsicherungen und Missverständnisse nicht unkommentiert im Raum stehen und verpuffen, bevor sie zu einer Verstimmung führen.

Pro-Tipp